Entwicklungsgang seiner inneren Überzeugungen
J N Darby
Collected writings of J. N. Darby, B. 1. S. 55, 56.
"Ich mochte etwa sechs oder acht Jahre bekehrt sein, als ich durch göttliche Belehrung verstehen lernte, was der Herr in Joh 14 sagt:
"An jenem Tage werdet ihr erkennen., dass ihr in mir seid und ich in euch".
Ich erkannte, dass ich eins war mit Christo vor Gott. Ich fand Frieden und habe ihn seit jenem Augenblick, trotz vieler Mängel meinerseits, nie verloren. Dieselbe Wahrheit brachte mich aus der Staatskirche heraus. Ich sah ein, dass die wahre Kirche aus denen besteht, die so mit Christo vereinigt sind, und ich kann hinzufügen, dass diese Wahrheit mich dahin leitete, den Sohn Gottes aus den Himmeln zu erwarten. Denn wenn ich in Ihm in die himmlischen Örter versetzt war, was hatte ich dann anders zu erwarten, als dass Er kam und mich in Wirklichkeit dorthin brachte. Die unendliche Liebe Gottes strömte in meine Seele. Von Anfang an hatte ich die tiefstmögliche Überzeugung von der Sünde; ich hatte schon früher erkannt und auch seit mehreren Jahren gelehrt, dass Christus allein diesen Abgrund ausfüllen könne, nicht aber, dass Er es bereits getan hat.
Ich hatte die größten Anstrengungen gemacht, hatte gefastet - eine Sache, die, wie ich glaube, ganz nützlich ist, wenn sie in geistlicher Weise getan wird - hatte mir ein ausgedehntes System von Selbstverleugnung aufgebaut, hatte die Sakramente häufig gebraucht und eifrig die Kirche besucht. Aber ich hatte keinen Frieden gefunden, sondern nur die Entdeckung gemacht, dass alle diese Dinge dem Herzen keinen wahren Frieden zu geben vermögen.
Ich suchte diesen Frieden eifrig, forschte in mir nach Beweisen der Wiedergeburt, was nie Frieden geben kann, und ruhte in Hoffnung, aber nicht im Glauben, in dem Werke Christi, bis ich, wie schon bemerkt, endlich Frieden fand, nachdem ich durch einen Zufall, wie man zu sagen pflegt, von meinen äußeren Anstrengungen abgelenkt worden war. Damals erlangte ich durch die Schrift eine tiefe Überzeugung von der Gegenwart des Heiligen Geistes, des verheißenen Sachwalters. Nicht lange nachher kam ich dahin, diese Wahrheit auf den Dienst anzuwenden.
Ich sagte zu mir selbst: Wenn Paulus hierher käme, so würde er nicht predigen können, weil er keine Ordinations-Papiere besäße. Käme aber der bitterste Gegner seiner Lehre, der sich im Besitz solcher Papiere befände, so würde er, nach dem System, ein Recht haben zu predigen. Ich sah ein, dass das ganze System falsch ist. Es stellt den Menschen an die Stelle Gottes.
John Nelson Darby